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7Harvests Erfahrungen 2026: Neue Schweizer P2P-Plattform im Check

7Harvests Erfahrungen 2026 – neue Schweizer P2P-Plattform im Check

7Harvests im ausführlichen Check: Rendite, Bonus, Regulierung und Risiken.

Mit 7Harvests ist 2026 eine neue P2P- und Crowdlending-Plattform gestartet, die ihren Unternehmenssitz im schweizerischen Zug hat. Anleger sollen dort in Unternehmens-, Immobilien- und Verbraucherkredite investieren und je nach Angebot Renditen von bis zu 15 Prozent pro Jahr erzielen können.

Mein erster Eindruck fällt grundsätzlich besser aus als bei manch anderer neuen Plattform. Die Website wirkt vergleichsweise vollständig, das erste Kreditprojekt wird konkret vorgestellt und das Unternehmen nennt verantwortliche Personen, einen externen Prüfer sowie eine rechtliche Struktur für die Forderungsabtretung.

Stutzig macht mich allerdings ein zentraler Marketingbegriff: Auf der Startseite wirbt 7Harvests prominent mit „Swiss regulated“. Gleichzeitig steht im Footer der Website, dass sich der Antrag auf Mitgliedschaft in der Schweizer Selbstregulierungsorganisation VQF noch im Verfahren befindet. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sprechen dagegen bereits von einer bestehenden Aufsicht durch den VQF.

Genau diese Differenz ist bei einer sehr jungen Plattform wichtig. Ein Schweizer Firmensitz klingt vertrauenswürdig, ist aber nicht automatisch mit einer direkten Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht FINMA, einer Banklizenz oder einer europäischen Crowdfunding-Lizenz gleichzusetzen.

Ich werde mir 7Harvests deshalb zunächst ansehen und würde aktuell keinen größeren Betrag investieren. Wer die Plattform unbedingt früh testen möchte, kann mit einem kleinen Betrag beginnen und möglicherweise den derzeit beworbenen 21-Euro-Willkommensbonus mitnehmen. Das wäre für mich jedoch eher ein kontrollierter Plattformtest als eine ernsthafte Portfolioentscheidung.

Transparenzhinweis: Ich bin bei 7Harvests bislang nicht investiert. Dieser Beitrag ist daher noch kein eigener Langzeittest, sondern eine ausführliche Vorstellung und erste Einschätzung. Der Artikel enthält einen Affiliate-Link. Bei einer Anmeldung darüber kann ich eine Provision erhalten, ohne dass für Anleger zusätzliche Kosten entstehen.

Offizielle Website: https://7harvests.ch *

Table des matières

7Harvests im Überblick

MerkmalAktueller Stand im August 2026
Betreiber7 Harvests AG
SiègeBahnhofplatz, 6300 Zug, Schweiz
UnternehmensnummerCHE-356.409.118
RechtsformSchweizer Aktiengesellschaft
Gesellschaft gegründet15. April 2024, zunächst als Toucan Technology Solutions AG
UmbenennungMärz 2026 in 7 Harvests AG
Aktienkapital100.000 Schweizer Franken
Plattformstart2026
Investissement minimumlaut Website, FAQ und aktuellen AGB ab 50 Euro
Beworbene Renditebis zu 15 Prozent pro Jahr, je nach Kredit
Types de créditUnternehmenskredite, Immobilienkredite und Verbraucherkredite
Fraislaut Plattform keine Gebühren für Einzahlungen, Auszahlungen und Investments; Zahlungsdienstleister können Kosten berechnen
Zinszahlungenprojektabhängig, laut AGB grundsätzlich häufig monatlich
Investissement automatiquein den AGB vorgesehen
Marché secondairevertraglich vorgesehen; praktische Liquidität noch nicht beurteilbar
Buybacknach Plattformangaben zweistufig; abhängig von der Zahlungsfähigkeit der Verpflichteten
Einlagensicherungnon
Direkte FINMA-Aufsichtnon
VQF-Statuswidersprüchliche Angaben: AGB sprechen von Aufsicht, Footer von laufendem Antrag
Bonus de bienvenueaktuell 21 Euro nach der ersten aktivierten Investition
Track Recordsehr kurz; noch keine belastbare Langzeithistorie

Was ist 7Harvests?

7Harvests bezeichnet sich als Schweizer P2P-Crowdlending-Plattform. Ziel ist es, Anleger mit Kreditnehmern aus unterschiedlichen Ländern zusammenzubringen. Langfristig sollen auf dem Marktplatz drei große Kreditbereiche angeboten werden:

  • Verbraucherkredite
  • Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen
  • Immobilienfinanzierungen

Die Plattform übernimmt dabei die Auswahl und Prüfung der Kreditnehmer, strukturiert die Finanzierung, veröffentlicht die Projekte und verwaltet anschließend Zins-, Tilgungs- und gegebenenfalls Inkassoprozesse.

Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen dem geplanten Plattformangebot und dem bereits vorhandenen Kreditportfolio. Zum Zeitpunkt meiner Recherche ist 7Harvests noch weit von einem breit diversifizierten Marktplatz entfernt. Öffentlich im Mittelpunkt steht bislang vor allem das erste Unternehmensprojekt, die litauische Craft-Beer-Brauerei Bear and Boar.

Die beworbene Mischung aus Verbraucher-, Immobilien- und Unternehmenskrediten ist deshalb gegenwärtig eher das Zielbild der Plattform als ein bereits nachgewiesenes, umfangreiches Angebot.

Wie funktioniert die rechtliche Konstruktion?

Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließt 7Harvests zunächst einen Kreditvertrag mit dem jeweiligen Kreditnehmer. Anleger finanzieren anschließend einen Teil oder den gesamten Kredit, indem sie über einen Claim Purchase & Assignment Agreement anteilige Forderungen aus diesem Kreditvertrag erwerben.

Vereinfacht läuft der Vorgang so ab:

  1. Ein Unternehmen oder anderer Kreditnehmer beantragt eine Finanzierung.
  2. 7Harvests prüft Kreditnehmer, Projekt, Finanzzahlen und mögliche Sicherheiten.
  3. 7Harvests schließt mit dem Kreditnehmer einen Kreditvertrag.
  4. Das Projekt wird Anlegern auf der Plattform angeboten.
  5. Anleger kaufen anteilige Forderungen aus dem Kreditvertrag.
  6. 7Harvests verwaltet die Forderungen und verteilt eingehende Zahlungen.
  7. Bei Verzögerungen soll 7Harvests als Verwaltungs- und Sicherheitenagent handeln.

Der einzelne Anleger besitzt damit keinen klassischen Sparvertrag und auch keine Bankeinlage. Er erwirbt eine Forderung, deren Wert vollständig davon abhängt, ob der Kreditnehmer zahlt, Sicherheiten verwertet werden können und die Plattform ihre Verwaltungsaufgaben ordnungsgemäß erfüllt.

Die Anleger dürfen nach den AGB grundsätzlich nicht eigenständig gegen den Kreditnehmer vorgehen. Sie bevollmächtigen 7Harvests, Ansprüche geltend zu machen, Zahlungen einzuziehen, Vereinbarungen über Stundungen zu treffen und Sicherheiten durchzusetzen.

Wer steht hinter 7Harvests?

Betreiber ist die 7 Harvests AG mit Sitz in Zug. Die Gesellschaft wurde bereits im April 2024 unter dem Namen Toucan Technology Solutions AG gegründet und im März 2026 in 7 Harvests AG umbenannt. Das Aktienkapital beträgt 100.000 Schweizer Franken.

Der Firmenzweck ist relativ breit formuliert. Er umfasst unter anderem technologische Entwicklung, die Verwaltung von Werbetechnologien und digitalen Vermögenswerten sowie Finanz-, Treuhand- und Vermittlungsgeschäfte.

Im Schweizer Handelsregister sind derzeit insbesondere folgende Verwaltungsräte vermerkt:

  • Ričardas Vandzinskas – Gründer und Vorsitzender des Verwaltungsrates
  • Kurt Alexander Schöllhorn – Mitglied des Verwaltungsrates

Die Plattform nennt darüber hinaus Daniel Wiśniewski als unabhängigen AML-Verantwortlichen und Jeremias Häfliger von bePartner AG als externen Wirtschaftsprüfer. Laut 7Harvests wurde bereits eine Prüfung der Eröffnungsbilanz nach der Neuausrichtung der Gesellschaft durchgeführt.

Für eine neue Plattform ist es grundsätzlich positiv, dass konkrete Personen, ein Verwaltungsrat, eine Compliance-Funktion und ein Prüfer genannt werden. Ob diese Governance-Struktur in einer schwierigen Situation tatsächlich effektiv arbeitet, lässt sich nach wenigen Monaten allerdings noch nicht bewerten.

Der Gründer und seine Vergangenheit bei Hive5

Ričardas Vandzinskas bringt Erfahrung aus der P2P-Branche mit. Er war zuvor Mitgründer und CEO von Hive5. Damit kennt er sowohl die technische als auch die operative und vertriebliche Seite eines P2P-Marktplatzes.

Diese Vorgeschichte ist allerdings nicht ausschließlich positiv besetzt. Der P2P-Blog re:think P2P hat seine damalige Tätigkeit kritisch aufgearbeitet und verweist unter anderem auf Streit über Aussagen zur Profitabilität der Hive-Finance-Gruppe, vergütete Trustpilot-Bewertungen sowie rechtliche Auseinandersetzungen mit kritischer Berichterstattung.

Diese Kritik betrifft Hive5 und stellt keine behördliche Feststellung gegen 7Harvests dar. 7Harvests ist eine rechtlich eigenständige Gesellschaft. Trotzdem gehört die Vergangenheit des Gründers bei einer Plattform ohne eigenen Track Record in eine vollständige Risikobetrachtung.

Die Erfahrung kann ein Vorteil sein. Gleichzeitig sollte man bei Aussagen über Regulierung, Sicherheit und Transparenz besonders genau prüfen, ob Marketing, rechtliche Dokumente und öffentlich überprüfbare Fakten übereinstimmen.

Ist 7Harvests wirklich „Swiss regulated“?

Das ist für mich der wichtigste Punkt der gesamten Plattformvorstellung.

Auf der Startseite erscheint der Begriff „Swiss regulated“ als eines der zentralen Vertrauensmerkmale. Weitere Formulierungen wie „Swiss-grade protection“ und Hinweise auf Schweizer regulatorische Standards können bei Besuchern den Eindruck erzeugen, 7Harvests werde ähnlich wie eine Bank, ein Wertpapierinstitut oder ein umfassend lizenzierter Finanzdienstleister kontrolliert.

Die eigenen AGB stellen dagegen ausdrücklich klar:

  • 7Harvests wird nicht direkt von der FINMA beaufsichtigt.
  • Guthaben sind nicht durch die Schweizer Einlagensicherung geschützt.
  • Nicht investierte Anlegergelder sind im Konkursfall nicht privilegiert.
  • Ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

7Harvests beruft sich stattdessen auf den VQF. Der VQF ist eine von der FINMA anerkannte Selbstregulierungsorganisation. Der Schwerpunkt dieser Aufsicht liegt insbesondere auf der Einhaltung des Schweizer Geldwäscherechts.

Eine VQF-Mitgliedschaft ist damit nicht bedeutungslos. Sie ist aber nicht mit einer direkten FINMA-Aufsicht, einer Banklizenz, einer Einlagensicherung oder einer europäischen ECSPR-Crowdfunding-Lizenz gleichzusetzen.

Der VQF-Status ist derzeit widersprüchlich

Besonders auffällig ist die uneinheitliche Darstellung auf der eigenen Website:

  • Die AGB erklären, 7Harvests sei eine Crowdfunding-Plattform unter Aufsicht des VQF.
  • Die AML-Richtlinie orientiert sich bereits an den VQF-Regeln.
  • Im Footer steht dagegen: „VQF-licensed SRO member application in progress“.

Ein laufender Mitgliedschaftsantrag ist nicht dasselbe wie eine abgeschlossene Aufnahme. Solange dieser Punkt nicht eindeutig und anhand eines überprüfbaren Registereintrags oder einer offiziellen Bestätigung geklärt ist, halte ich die pauschale Werbung mit „Swiss regulated“ für zu weitgehend.

Meine Einordnung: Der Schweizer Unternehmenssitz ist positiv. Die Anwendung Schweizer AML-Regeln kann ebenfalls sinnvoll sein. Der Begriff „Swiss regulated“ vermittelt jedoch mehr Sicherheit, als die eigenen rechtlichen Hinweise derzeit eindeutig belegen.

Warum der Vergleich mit Maclear naheliegt

Die Parallele zu Maclear liegt nicht zwingend in den einzelnen Krediten, sondern in der Außendarstellung. Auch dort werden der Schweizer Sitz und die Mitgliedschaft in einer Selbstregulierungsorganisation stark als Vertrauensargument hervorgehoben.

Die Schweiz gehört nicht zur Europäischen Union. Schweizer Plattformen unterliegen deshalb nicht automatisch der europäischen Crowdfunding-Verordnung ECSPR. Das kann zulässig sein, bedeutet für Anleger aus Deutschland aber, dass sie nicht einfach denselben regulatorischen Rahmen erwarten dürfen wie bei einem zugelassenen europäischen Crowdfunding-Dienstleister.

Bei jedem Anbieter mit dem Argument „Schweizer Regulierung“ sollte man daher konkret fragen:

  • Welche Tätigkeit wird tatsächlich beaufsichtigt?
  • Ist die Mitgliedschaft bereits abgeschlossen oder nur beantragt?
  • Gibt es einen öffentlich überprüfbaren Registereintrag?
  • Welche Kapital- und Liquiditätsanforderungen gelten?
  • Wer schützt Anleger bei einer Insolvenz?
  • Gibt es eine Entschädigungs- oder Einlagensicherung?
  • Welche rechtliche Stellung haben deutsche Anleger?

Das erste Projekt: Bear and Boar Brewery

Als erstes Kreditprojekt stellt 7Harvests die litauische Craft-Beer-Brauerei Bear and Boar vor. Das Unternehmen möchte insgesamt 250.000 Euro für zwölf Monate aufnehmen. Das Kapital soll der Refinanzierung, dem Betriebskapital und gezielten weiteren Investitionen dienen.

Nach Angaben der Plattform hat die Brauerei 2024 eine automatisierte Anlage fertiggestellt und ihre Produktionskapazität dadurch ungefähr verzehnfacht. Außerdem wird auf Auszeichnungen bei einem litauischen Bierfestival in den Jahren 2022, 2023 und 2024 verwiesen.

Positiv ist, dass 7Harvests nicht nur die Erfolgsgeschichte erzählt. Die Plattform weist selbst darauf hin, dass ein großer Teil der vorhandenen Umsatzhistorie noch aus der Zeit vor der neuen Produktionsanlage stammt. Die größere Kapazität ist zwar vorhanden, muss aber erst dauerhaft profitabel ausgelastet werden.

Für die erste Tranche bestehen laut Plattform persönliche Garantien der Gründer. Umfassendere Sicherheiten über Grundstück, Gebäude und Maschinen sollen erst bei einer späteren Tranche hinzukommen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied. Eine persönliche Garantie kann wirtschaftlich wertvoll sein, ist aber nicht mit einer erstrangigen Grundschuld oder einem unmittelbar verwertbaren Pfandrecht gleichzusetzen. Ihr Wert hängt davon ab, welches freie Vermögen die Garantiegeber besitzen und wie die Forderung im Ernstfall durchgesetzt werden kann.

Renditen von bis zu 15 Prozent

Die Website und die aktuellen AGB nennen Zinssätze von bis zu 15 Prozent pro Jahr. Die genaue Rendite hängt vom Kredittyp, der Laufzeit, dem Kreditnehmer, den Sicherheiten und den jeweiligen Projektbedingungen ab.

In einem Grundlagenartikel nennt 7Harvests sogar beispielhafte Bandbreiten von bis zu 15 bis 20 Prozent bei Verbraucherkrediten, bis zu 10 bis 18 Prozent bei Unternehmenskrediten und bis zu 8 bis 15 Prozent bei Immobilienkrediten. Diese Angaben sind als allgemeine mögliche Bandbreiten zu verstehen und nicht als Garantie für tatsächlich verfügbare Angebote.

Eine Verzinsung von 15 Prozent liegt deutlich oberhalb risikoarmer Anlagen. Sie ist deshalb kein kostenloser Bonus, sondern eine Vergütung für erhebliche Risiken:

  • Kreditnehmer können ihre Zahlungen einstellen.
  • Sicherheiten können überbewertet oder schwer verwertbar sein.
  • Ein Kreditvermittler kann seine Buyback-Verpflichtung nicht erfüllen.
  • Auch 7Harvests selbst kann wirtschaftliche Probleme bekommen.
  • Das Geld kann bis zum Laufzeitende gebunden bleiben.
  • Rechtsdurchsetzung über Ländergrenzen hinweg kann teuer und langsam sein.

Das Triple-Shield-Modell

7Harvests vermarktet ein „Triple-Shield“-Schutzkonzept. Im Mittelpunkt stehen getrennte Anlegerkonten, Buyback-Verpflichtungen und eine Eigenbeteiligung beziehungsweise ein eigenes wirtschaftliches Engagement der Plattform.

Getrennte Konten für nicht investierte Gelder

Nach Angaben der Plattform werden nicht investierte Kundengelder auf einem Konto gehalten, das vom operativen Bankkonto der 7 Harvests AG getrennt ist. Das Unternehmen erklärt, diese Gelder nicht für Gehälter, Marketing oder andere Betriebskosten zu verwenden.

Die AGB enthalten aber eine entscheidende Einschränkung: Anlegergelder unterliegen nicht der Schweizer Einlagensicherung und sind nach Schweizer Konkursrecht nicht privilegiert.

Getrennte Konten können das Risiko einer Vermischung reduzieren. Sie sind aber keine Garantie dafür, dass das Geld bei einer Insolvenz sofort und vollständig verfügbar ist. Zudem schützt die Kontentrennung nur noch nicht investiertes Guthaben. Nach der Investition besteht das Kreditrisiko des jeweiligen Projekts.

Buyback nach 60 Tagen

Nach den AGB sollen sämtliche gelisteten Kredite mit einer Buyback-Verpflichtung ausgestattet sein. Ist ein Kreditnehmer länger als 60 Tage im Rückstand, soll der jeweilige Loan Originator die Forderung einschließlich aufgelaufener Zinsen zurückkaufen.

Kann der Originator diese Verpflichtung nicht erfüllen, beschreibt 7Harvests eine zweite Ebene auf Plattformseite. Das Unternehmen gibt an, dafür ein Verhältnis von mindestens zehn Prozent eigenem liquidem Kapital zum Kreditportfolio vorzuhalten.

Das klingt zunächst stark, muss aber richtig eingeordnet werden. Zehn Prozent Liquidität können einzelne Ausfälle abfedern. Sie reichen nicht zwangsläufig aus, wenn mehrere große Kredite oder ein kompletter Originator gleichzeitig ausfallen.

7Harvests weist in einem eigenen Beitrag erfreulich offen darauf hin, dass keine Buyback-Garantie unbegrenzt ist. Die Rückkaufzusage ist immer nur so stark wie die Bilanz desjenigen, der sie abgibt.

Skin in the Game

Die Plattform erklärt, selbst beziehungsweise über das Management in angebotene Kredite zu investieren. Eine solche Eigenbeteiligung kann die Interessen von Plattform und Anlegern besser angleichen.

Noch hilfreicher wären konkrete Angaben pro Kredit: Wie viel Prozent hält die Plattform? Bleibt die Beteiligung während der gesamten Laufzeit bestehen? Ist sie gleichrangig mit den Forderungen der Anleger?

Was passiert bei Zahlungsverzug?

Die AGB beschreiben mehrere Stufen:

  • Bereits bei einer kurzen Verzögerung soll 7Harvests die Situation analysieren und Zinsen vorübergehend nach den Buyback-Bedingungen weiterzahlen.
  • Nach mehr als 30 Tagen soll ein außergerichtlicher Inkassoprozess beginnen.
  • Nach mehr als 60 Tagen sollen rechtliche Schritte und die Verwertung vorhandener Sicherheiten eingeleitet werden.

Das ist ein sinnvoller organisatorischer Rahmen. Entscheidend ist jedoch nicht nur, was in den AGB steht, sondern wie schnell und erfolgreich die Maßnahmen bei einem echten Problem funktionieren.

Da 7Harvests noch keinen längeren Track Record besitzt, gibt es bislang keine belastbaren Erfahrungen mit einem größeren Ausfall, einer Sicherheitenverwertung oder einem beanspruchten Plattform-Buyback.

Liquidität, Auszahlungen und Sekundärmarkt

Die Startseite wirbt mit „Zero Delay Withdrawals“. Diese Formulierung bezieht sich nicht auf eine jederzeitige Kündbarkeit laufender Investments.

Die AGB stellen klar:

  • In ein Projekt investiertes oder fest zugesagtes Kapital kann grundsätzlich nicht vor Projektende ausgezahlt werden.
  • Nicht investiertes Guthaben kann auf das verifizierte eigene Bankkonto ausgezahlt werden.
  • Die Überweisung kann mehrere Tage dauern.
  • Externe Zahlungsdienstleister können Gebühren berechnen.

Ein Sekundärmarkt ist in den AGB vorgesehen. Selbst wenn er technisch verfügbar ist, garantiert das noch keine Liquidität. Bei einer kleinen neuen Plattform können Käufer fehlen, und problematische Kredite lassen sich möglicherweise nur mit Abschlag oder überhaupt nicht verkaufen.

7Harvests ist deshalb kein Tagesgeldkonto. Geld, das kurzfristig benötigt werden könnte, gehört nicht in laufende Kredite der Plattform.

Frais

Nach Angaben in FAQ und AGB berechnet 7Harvests Anlegern derzeit keine eigenen Gebühren für Investments, Einzahlungen oder Auszahlungen.

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass jede Transaktion vollständig kostenlos ist. Banken, Zahlungsdienstleister oder Währungsumrechnungen können Kosten verursachen. Maßgeblich sind immer die konkrete Projektseite, der Zahlungsweg und die zum Investitionszeitpunkt gültigen Bedingungen.

Der aktuelle 21-Euro-Willkommensbonus

Zum öffentlichen Start wirbt 7Harvests mit einem Bonus von 21 Euro für neue Anleger. Nach der offiziellen Beschreibung sind dafür drei Schritte notwendig:

  1. Registrierung
  2. Identitätsprüfung
  3. erste Investition in einen verfügbaren Kredit

Der Bonus soll automatisch gutgeschrieben werden, sobald das investierte Kapital aktiv ist. Nach Angaben der Plattform soll er ab dem ersten Tag ebenfalls Erträge erwirtschaften. Ein gesonderter Mindestbetrag über die erste Investition hinaus wird auf der Aktionsseite nicht genannt. Die generelle Mindestinvestition beträgt derzeit 50 Euro.

Rechnerisch ist das für einen kleinen Test interessant. 21 Euro Bonus bei einer Investition von 50 Euro sind eine erhebliche einmalige Zusatzleistung. Genau deshalb sollte man aber nicht vergessen, dass der eingezahlte Betrag und auch der Bonus anschließend in einem risikobehafteten Kredit gebunden sein können.

Vor der Teilnahme würde ich die Aktionsseite speichern und insbesondere prüfen:

  • Gilt der Bonus aktuell auch für Anleger aus Deutschland?
  • Wie lange muss die erste Investition bestehen bleiben?
  • Kann der Bonus sofort ausgezahlt werden oder muss er investiert bleiben?
  • Was passiert bei einer vorzeitigen Rückzahlung des Kredits?
  • Ist die Aktion zeitlich begrenzt?

Für mich wäre der Bonus ein Grund, die Plattform eventuell mit einem kleinen Betrag zu testen – aber kein Grund für eine große Investition.

7Harvests mit aktuellem Bonus ansehen: https://7harvests.ch *

Können deutsche Anleger investieren?

Die AGB richten das Angebot primär an volljährige Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Anleger außerhalb der Schweiz können nach Ermessen der Plattform zugelassen werden, müssen aber bestätigen, dass sie 7Harvests selbst gefunden und den ersten Kontakt eigenständig aufgenommen haben.

Für deutsche Anleger ist das relevant. Sie sollten nicht allein aus einer erfolgreichen Registrierung schließen, dass sämtliche rechtlichen und steuerlichen Fragen für Deutschland abschließend geklärt sind.

Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, die Nutzung der Plattform und die Versteuerung der Erträge nach dem Recht seines Wohnsitzlandes zu prüfen.

Welche Erfahrungen gibt es bisher?

Eine belastbare Erfahrungsbasis existiert noch nicht. Die Plattform wurde erst 2026 öffentlich geöffnet und spricht selbst von etwas mehr als 340 registrierten Anlegern.

Es fehlen insbesondere Erfahrungen über vollständige Kreditzyklen:

  • Werden Zinsen über viele Monate pünktlich gezahlt?
  • Werden fällige Kredite vollständig zurückgeführt?
  • Wie schnell funktionieren Auszahlungen in der Praxis?
  • Gibt es tatsächlich einen liquiden Sekundärmarkt?
  • Wie kommuniziert die Plattform bei der ersten Verzögerung?
  • Funktioniert der Buyback bei einem echten Ausfall?
  • Wie erfolgreich werden Sicherheiten verwertet?

Bei einer neuen Plattform sind pünktliche Zahlungen in den ersten Wochen nur begrenzt aussagekräftig. Die Qualität zeigt sich erst, wenn ein Kreditnehmer Probleme bekommt oder viele Anleger gleichzeitig Geld abziehen möchten.

Was mir an 7Harvests gefällt

Die Plattform wirkt vergleichsweise weit entwickelt

Website, FAQ, AGB und Blog enthalten deutlich mehr Informationen als bei vielen sehr jungen Plattformen. Der erste Eindruck ist dadurch insgesamt besser als bei SILVALAND.

Das erste Projekt ist konkret

Die Brauerei wird mit Namen, Geschäftsmodell, Finanzierungszweck und einer offenen Beschreibung des Expansionsrisikos vorgestellt.

Risiken werden teilweise ausdrücklich genannt

7Harvests schreibt selbst, dass P2P-Kredite keine Spareinlage sind, Buyback nicht unbegrenzt ist und die Plattform noch keinen mehrjährigen Track Record besitzt.

Verantwortliche Personen sind benannt

Gründer, Verwaltungsrat, AML-Verantwortlicher und externer Prüfer werden genannt. Das erleichtert eine grundlegende Überprüfung.

Niedrige Mindestinvestition

Mit 50 Euro kann die Plattform grundsätzlich mit einem überschaubaren Betrag ausprobiert werden.

Der Startbonus ist für einen Test attraktiv

Die 21 Euro können die Rendite eines kleinen Tests deutlich erhöhen, sofern die Bedingungen erfüllt werden.

Was mich skeptisch macht

Der Begriff „Swiss regulated“ ist zu pauschal

7Harvests steht nicht unter direkter FINMA-Aufsicht. Die mögliche beziehungsweise beantragte VQF-Mitgliedschaft betrifft hauptsächlich die Geldwäscheaufsicht.

Widerspruch beim VQF-Status

Die AGB sprechen von bestehender Aufsicht, während der Footer noch einen laufenden Antrag nennt. Das sollte eindeutig korrigiert werden.

Sehr kurzer Track Record

Es gibt noch keine belastbare Statistik über vollständig zurückgezahlte Kredite, Ausfälle, Buybacks und Sicherheitenverwertungen.

Noch kaum Diversifikation

Ein einzelnes ausführlich vorgestelltes Brauereiprojekt ergibt noch keinen breit aufgestellten P2P-Marktplatz.

Marketing klingt teilweise absolut

Begriffe wie „Triple Shield“, „Zero Delay Withdrawals“ oder „Swiss-grade protection“ wirken stärker als die Einschränkungen in den rechtlichen Dokumenten.

Buyback bleibt ein Gegenparteirisiko

Auch ein zweistufiger Buyback ist keine Versicherung. Er hängt von den Bilanzen des Originators und von 7Harvests ab.

Aucune protection des dépôts

Weder laufende Investments noch nicht investierte Guthaben sind durch eine klassische Schweizer oder europäische Einlagensicherung geschützt.

Frühere Hive5-Kontroversen

Die Vergangenheit des Gründers beweist nichts über 7Harvests, sollte bei einer jungen Plattform aber nicht ausgeblendet werden.

Was 7Harvests noch veröffentlichen sollte

  1. Eine eindeutige, überprüfbare Bestätigung des aktuellen VQF-Status
  2. Eine präzisere Formulierung statt des pauschalen „Swiss regulated“
  3. Regelmäßige Finanzberichte der 7 Harvests AG
  4. Öffentliche Statistiken zu finanziertem Volumen und Rückzahlungen
  5. Anzahl verspäteter, ausgefallener und zurückgekaufter Kredite
  6. Konkrete Höhe der Plattformreserve für den zweiten Buyback
  7. Nachweise zum angekündigten Zehn-Prozent-Liquiditätsverhältnis
  8. Skin-in-the-Game-Anteil pro Kredit
  9. Name und genaue Struktur des Zahlungsdienstleisters
  10. Ausführliche Dokumentation des Sekundärmarktes
  11. Eindeutige Bedingungen und Laufzeit des 21-Euro-Bonus
  12. Genauere Informationen zur Eigentümerstruktur

Mein vorläufiges Fazit zu 7Harvests

7Harvests macht auf mich zunächst einen besseren Eindruck als SILVALAND. Die Plattform wirkt inhaltlich weiter, die rechtliche Forderungsstruktur ist greifbarer und das erste Kreditprojekt wird nachvollziehbarer beschrieben.

Trotzdem ist das noch kein Beleg dafür, dass 7Harvests dauerhaft zuverlässig arbeiten wird. Die Plattform ist neu, das Kreditangebot klein und der Track Record praktisch nicht vorhanden.

Der größte Kritikpunkt bleibt für mich die Werbung mit „Swiss regulated“. Ein Schweizer Unternehmenssitz und eine Selbstregulierungsorganisation im Bereich Geldwäscheprävention können positive Elemente sein. Sie ersetzen aber weder eine direkte FINMA-Aufsicht noch eine europäische Crowdfunding-Lizenz oder eine Einlagensicherung.

Besonders unschön ist, dass die eigene Website den VQF-Status derzeit widersprüchlich beschreibt. Bei einem zentralen Vertrauensargument sollte es keine Unklarheit darüber geben, ob eine Mitgliedschaft bereits besteht oder erst beantragt wurde.

Ich werde mir 7Harvests deshalb zunächst weiter ansehen. Viel Geld würde ich aktuell nicht investieren. Wer unbedingt früh dabei sein möchte, kann sich einen kleinen Test mit 50 Euro vorstellen und dabei möglicherweise den 21-Euro-Bonus mitnehmen.

Dann sollte man aber genau dokumentieren:

  • Wie schnell funktioniert die Verifizierung?
  • Wird der Bonus tatsächlich gutgeschrieben?
  • Welche Kredite sind verfügbar?
  • Wann beginnen die Zinszahlungen?
  • Wie schnell funktioniert eine erste Auszahlung?
  • Werden die Angaben zum VQF-Status korrigiert?

Mein aktuelles Urteil: ein interessanter und vergleichsweise professionell wirkender Neustart, aber noch kein Kandidat für eine größere Investition.

7Harvests ansehen: https://7harvests.ch *

Risikohinweis: Investitionen in P2P- und Crowdlending-Kredite sind mit erheblichen Risiken bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Kreditnehmer, Kreditvermittler, Buyback-Geber und die Plattform können ausfallen. Sicherheiten und Rückkaufverpflichtungen garantieren keine vollständige Rückzahlung. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung, Finanzberatung oder individuelle Investitionsempfehlung dar.

Quellen und weiterführende Unterlagen

Stand der Recherche: 3. August 2026. Da 7Harvests neu ist, können Bonus, Kreditangebot und regulatorischer Status kurzfristig geändert werden.

Häufige Fragen zu 7Harvests

Ist 7Harvests eine Schweizer Plattform?

Ja. Betreiber ist die 7 Harvests AG mit Sitz in Zug und der Unternehmensnummer CHE-356.409.118.

Wird 7Harvests direkt von der FINMA beaufsichtigt?

Nein. Die AGB erklären ausdrücklich, dass keine direkte FINMA-Aufsicht besteht.

Ist 7Harvests bereits VQF-Mitglied?

Die Angaben auf der Website sind widersprüchlich. Die AGB sprechen von Aufsicht durch den VQF, der Footer dagegen von einem laufenden Mitgliedschaftsantrag.

Wie hoch ist die Mindestinvestition?

Die Website, FAQ und aktuellen AGB nennen derzeit 50 Euro.

Wie hoch sind die möglichen Zinsen?

7Harvests wirbt mit bis zu 15 Prozent pro Jahr. Die konkrete Rendite hängt vom jeweiligen Kredit ab.

Gibt es einen Bonus?

Aktuell wird ein Bonus von 21 Euro nach der ersten aktivierten Investition beworben. Die jeweils gültigen Bedingungen sollten vor der Registrierung geprüft werden.

Ist das Geld abgesichert?

Nein. Es gibt keine Einlagensicherung. Getrennte Konten, Sicherheiten und Buyback-Verpflichtungen können Risiken reduzieren, aber keinen Verlust ausschließen.

Zuletzt aktualisiert am 3. août 2026


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